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Acht Ideen — und die Fragen, die dazugehören

Die Mechanik ist selten das Problem. Das Problem ist die leere Stelle, an der stehen sollte, was Sie eigentlich wissen wollen. Hier sind acht Situationen mit fertigen Fragensets, die Sie übernehmen oder anpassen können.

Messestand

Der Drei-Fragen-Handschlag

Der Besucher scannt den QR-Code am Stand, während Sie noch reden. Bis der Kaffee da ist, ist er qualifiziert. Statt einer Visitenkarte in der Schale haben Sie einen Lead, den der Vertrieb nach der Messe einordnen kann.

Fragenset

  1. Was hat Sie an unseren Stand gebracht?Konkretes Produkt · Empfehlung · Zufällig vorbeigekommen
  2. Wo stehen Sie gerade?Wir suchen aktiv · Wir schauen uns um · Reines Interesse
  3. Wann wäre ein Gespräch sinnvoll?Nächste Woche · In einem Quartal · Erstmal Unterlagen

Was Sie danach wissenWelche Leads der Vertrieb am Montag anruft und welche in die Pflegestrecke gehen. Das spart mehr Zeit als jede Nachfassmail.

Filiale · Kasse

Warum heute?

Ein kleiner Aufsteller am Tresen, ein QR-Code, ein Gewinn aus dem eigenen Sortiment. Sie erfahren, was Menschen tatsächlich in den Laden bringt — und das ist fast nie das, was im Schaufenster steht.

Fragenset

  1. Was hat Sie heute hergeführt?Etwas Bestimmtes gesucht · Vorbeigekommen · Angebot gesehen
  2. Haben Sie gefunden, was Sie wollten?Ja · Teilweise · Nein
  3. Was sollten wir häufiger da haben?Freitext, optional

Was Sie danach wissenIhre Nein-Quote. Und in den Freitexten steht meistens sehr direkt, welches Sortiment fehlt.

Produktverpackung

Der Code auf dem Etikett

Ein sechsstelliger Code auf der Innenseite der Verpackung. Wer teilnimmt, hat das Produkt gekauft — das ist der sauberste Kaufbeweis, den es ohne Bon-Upload gibt. Und Sie erfahren, wer Ihr Produkt wirklich kauft, nicht wer laut Persona kaufen sollte.

Fragenset

  1. Für wen haben Sie das gekauft?Für mich · Für die Familie · Als Geschenk
  2. Wo haben Sie es gekauft?Supermarkt · Fachhandel · Online · Drogerie
  3. Ist das Ihr erster Kauf bei uns?Ja · Nein, kaufe regelmäßig

Was Sie danach wissenOb Ihr Handelskanal-Mix zur Realität passt und wie hoch Ihr Anteil an Erstkäufern tatsächlich ist.

Gastronomie

Was fehlt auf der Karte?

Ein Tischaufsteller, ein Gutschein als Gewinn, drei Fragen während des Wartens auf die Rechnung. Der Moment ist ideal: Der Gast hat gerade gegessen und weiß genau, was er sagen will.

Fragenset

  1. Wie oft sind Sie bei uns?Zum ersten Mal · Ab und zu · Regelmäßig
  2. Was würden Sie gerne öfter auf der Karte sehen?Vegetarisch · Regionale Gerichte · Kleinere Portionen · Tagesangebote
  3. Wofür würden Sie wiederkommen?Freitext, optional

Was Sie danach wissenOb Ihre Karte zu den Gästen passt, die tatsächlich kommen — und nicht zu denen, die Sie sich wünschen.

Online-Shop

Die Dankeseite nach dem Kauf

Direkt nach der Bestellung, wenn die Stimmung gut ist und die Aufmerksamkeit noch da. Kein Rabatt nötig, ein Gewinnspiel reicht. Der beste Zeitpunkt für Fragen, den ein Shop hat.

Fragenset

  1. Wie sind Sie auf uns gestoßen?Suchmaschine · Empfehlung · Social Media · Kenne ich schon länger
  2. Was hat den Ausschlag gegeben?Preis · Auswahl · Lieferzeit · Bewertungen
  3. Was hätte Sie fast abgehalten?Freitext, optional

Was Sie danach wissenIhren echten Attributionsmix, nicht den aus dem Tracking. Und die dritte Frage liefert Ihre Conversion-Roadmap.

Fachhandel · B2B

Der Bedarfs-Scan

Ein Aufsteller an der Theke oder ein Code auf dem Lieferschein. In Branchen mit langen Zyklen ist die wichtigste Information nicht, wer jemand ist, sondern wann er wieder kauft.

Fragenset

  1. In welchem Bereich sind Sie tätig?Auswahl je nach Branche
  2. Wann steht Ihre nächste größere Anschaffung an?Dieses Quartal · Dieses Jahr · Noch offen
  3. Wer entscheidet bei Ihnen darüber?Ich selbst · Gemeinsam · Jemand anderes

Was Sie danach wissenZeitpunkt und Entscheidungsbefugnis — die beiden Felder, an denen im B2B-CRM sonst fast immer nichts steht.

Messe · Veranstalter

Standhopping mit Bonus-Losen

Der Veranstalter legt einen zentralen Main an, jeder Aussteller hängt einen eigenen daran. Besucher, die mehrere Stände scannen, sammeln zusätzliche Lose. Der Aussteller bekommt Frequenz, der Veranstalter ein Argument für den nächsten Standverkauf, der Besucher einen Grund weiterzugehen.

Fragenset des Veranstalters

  1. Warum sind Sie hier?Einkaufen · Netzwerken · Weiterbilden · Begleitung
  2. Zum wievielten Mal sind Sie dabei?Erstes Mal · Zweites bis drittes Mal · Jedes Jahr
  3. Was sollte es nächstes Jahr mehr geben?Freitext, optional

Was Sie danach wissenWiederkehrerquote und Besuchsmotive — die Zahlen, mit denen Standflächen verkauft werden.

Autohaus

Die Probefahrt-Frage

Ein QR-Code im Fahrzeug oder auf dem Rückgabeformular. Nach der Probefahrt ist der Eindruck frisch und die Bereitschaft, etwas zu sagen, am höchsten.

Fragenset

  1. Was war Ihnen bei diesem Fahrzeug am wichtigsten?Verbrauch · Platz · Ausstattung · Preis
  2. Wann möchten Sie wechseln?Innerhalb von drei Monaten · Dieses Jahr · Noch unklar
  3. Was fahren Sie aktuell?Freitext, optional

Was Sie danach wissenKaufzeitpunkt und Entscheidungskriterium — genug, um zwischen Nachfassanruf und Newsletter zu unterscheiden.

Fünf Regeln für Fragen, die beantwortet werden

Die häufigsten Fehler passieren nicht bei der Mechanik, sondern bei der Formulierung.

  1. Drei bis fünf Fragen, nicht mehr

    Ab der sechsten Frage steigt die Abbruchquote spürbar. Wenn Sie mehr wissen wollen, machen Sie zwei Kampagnen statt einer langen.

  2. Jede Frage muss eine Entscheidung verändern

    Bevor Sie eine Frage aufnehmen: Was würden Sie anders machen, wenn achtzig Prozent A antworten statt B? Fällt Ihnen nichts ein, streichen Sie die Frage.

  3. Antwortoptionen statt Freitext

    Auswahlfragen werden beantwortet, Freitextfelder werden übersprungen. Maximal eine offene Frage, und die immer als optionale letzte.

  4. Nach Verhalten fragen, nicht nach Meinung

    „Wie oft kaufen Sie das?" liefert brauchbare Daten. „Wie wichtig ist Ihnen Qualität?" liefert bei allen dieselbe Antwort.

  5. Keine Zufriedenheitsfrage im Beisein des Personals

    Am Stand oder an der Kasse antwortet niemand ehrlich auf „Waren Sie zufrieden?". Solche Fragen gehören in eine Kampagne, die später per E-Mail läuft.

Vier Fragen, die Sie sich sparen können

Das Geschlecht

Wird fast immer abgefragt und fast nie verwendet. Nehmen Sie es nur auf, wenn Ihr Sortiment tatsächlich danach getrennt ist.

„Wie zufrieden sind Sie?"

Im Gewinnspielkontext antworten fast alle positiv. Die Zahl sieht gut aus und sagt nichts.

Der vollständige Geburtstag

Für Altersstruktur genügt das Geburtsjahr. Es bleibt nach einem Widerruf als anonymer Wert erhalten, das volle Datum nicht.

Die Telefonnummer als Pflichtfeld

Kostet spürbar Teilnahmen. Als optionales Feld mit erkennbarem Grund funktioniert sie deutlich besser.

Häufige Fragen zu Fragen

Wie viele Fragen sollte ein Gewinnspiel enthalten?

Drei bis fünf. In diesem Bereich bleibt die Abbruchquote niedrig und die Antworten ergeben trotzdem ein Segment. Ab der sechsten Frage steigt der Abbruch spürbar. Wichtiger als die Anzahl ist, dass jede einzelne Frage eine Entscheidung in Ihrem Marketing verändert.

Welche Fragen sollte man nicht stellen?

Fragen, deren Antwort keine Entscheidung verändert. Außerdem Fragen mit sozial erwünschter Antwort, etwa Zufriedenheitsabfragen direkt am Stand, offene Freitextfragen als Pflichtfeld sowie alles, was sich bereits aus dem Kaufverhalten ergibt.

Darf die Teilnahme an eine Newsletter-Anmeldung gekoppelt werden?

Die Kopplung ist rechtlich heikel und im Einzelfall zu prüfen. Praktikabel ist die getrennte Einwilligung: Die Teilnahme ist auch ohne Newsletter möglich, die Anmeldung steht als separates, freiwilliges Kästchen daneben. Das ist rechtlich sauberer und liefert eine Liste, die tatsächlich lesen will.

Bleiben die Antworten nach einem Widerruf erhalten?

Die Antworten bleiben als anonyme Auswertungsdaten erhalten, Name und E-Mail-Adresse werden gelöscht. Geburtsjahr und Postleitzahl bleiben ebenfalls, da sie ohne Personenbezug keine personenbezogenen Daten sind. Ausgewertet wird ab einer Gruppengröße von 20 Personen.

Welche Frage würden Sie stellen?

Schreiben Sie uns eine einzige Frage, die Sie Ihren Kunden gerne stellen würden. Wir bauen daraus einen fertigen Main und zeigen ihn Ihnen in 15 Minuten.